Infos über ektopische Ureteren

In den letzten Jahren treten auch in der Rasse Briard vermehrt sogenannte

„Pipiwelpen“ auf. Laut Auskunft der Populationsgenetiker haben wir in der Rasse

erst ab 3% betroffener Hunde ein Problem, davon sind wir leider nicht mehr weit entfernt. Ich bin aber der Ansicht , dass es so weit gar nicht erst kommen muss.

Hier erst einmal einige Informationen über ektopische Ureteren

(nachfolgend nur noch E.U. genannt)

Die Harnleiterektopie oder Ureterektopie ist eine angeborene Fehlbildung der Harnleiter, die vor allem beim Hund vorkommt und dort bei einigen Rassenerblich zu sein scheint.

Beim gesunden Hund münden die Harnleiter innerhalb des Trigonum vesicae (Harnblasendreieck) in die Harnblase, wo der Urin bis zur Miktion durch den Musculus urethralis zurückbehalten wird. Bei Harnleiterektopie liegt die Mündung eines oder beider Harnleiter unterhalb dieses Schließmuskels und mündet statt in die Harnblase in die Harnröhre, die Vagina oder den Uterus. Weil der Urin nicht zurückbehalten werden kann, kommt es zu Harninkontinenz, die sich in ständigem leichtem Harntröpfeln äußert. Als Komplikationen können lokale Hautreizungen und aufsteigende Harnwegsinfektionen auftreten.

Rüden entwickeln seltener Symptome, weil sie die Umgehung des M. urethralis normalerweise durch den Musculus sphincter urethrae internus kompensieren können, der die gesamte Länge der Harnröhre umfasst.


Bei Rüden kann sich diese Missbildung sehr oft verstecken und tritt vielleicht erst im neuen zu Hause, oder auch erst im fortgeschrittenen Alter auf.

Dank der fortgeschrittenen Technik ist aber heute möglich bei Welpen schon im Alter von 6 Wochen, mittels sonographischer Untersuchung, feststellen zu lassen , ob die Harnleiter an der richtigen Stelle in die Blase münden.

Als verantwortungsvoller Züchter lasse ich meine Welpen vor Abgabe untersuchen, damit ich sicher bin wirklich gesunden Welpen in die neue Familie entlassen zu können. Ich bin der Überzeugung, dass wir Züchter besser mit einem erkranktem Welpen umgehen können als Neu-Besitzer, die ihre ganze Liebe und viel Erwartungen in ihren Familienzuwachs investieren und dann feststellen müssen, dass sie ein krankes Welpie bekommen haben und mit mit ihm auch noch eine Operation durchstehen müssen.

Auch wenn es im Moment noch keine Untersuchungspflicht (seitens des Clubs oder des VdH) gibt, können wir Züchter selbst, jeder für sich, den Deckel draufmachen.

Aus meinem kommenden Würfen werden alle Welpen vor Abgabe an ihre neuen Besitzer auf E.U. untersucht. Falls jetzt jemand denkt , in meiner Zucht wäre das Problem schon aufgetaucht , kann ich euch beruhigen. Bis jetzt kann ich sicher sagen , dass in meinen bisherigen Würfen noch keine Hündin mit E.U. aufgetreten ist.

Von den nicht-untersuchten "Schurken" hoffe ich einfach mal auf korrekt mündende Harnleiter, zumindest hat bisher noch keiner ein Problem gezeigt , oder wäre an Nierenversagen gestorben. Inzwischen sind 73 (von95) Hunde aus meiner Zucht untersucht , 1x EU-schwer und 4x EU-leicht 68 EU-frei das macht (für Freunde der Statistik ) 93,1% freie und 6,9 % (5,5 % leicht betroffene Hunde und 1,4% EU-betroffen)

Auch ihr als Welpenerwerber könnt dazu beitragen die Untersuchungsrate bei den Briards zu erhöhen. Fragt einfach den Züchter eures Vertrauens nach der „sonografischen Untersuchung auf ektopische Ureteren“ bei den Briardwelpen,

sicher werden alle gerne Auskunft geben.

Update : Inzwischen gibt es einen Gen-Test auf ektopische Ureteren, leider nur auf die Wahrscheinlichkeit der Vererbung (polygener Erbgang halt, Restrisiko 30%).

Ich habe natürlich daran gedacht, meine Hunde testen zu lassen. Ein nicht ganz billiges Vergnügen (199 € pro Hund sind kein Pappenstiel), in diese Überlegungen platzte die Nachricht eines EU-betroffenen Welpen von 2 mit EU-Klasse 1 getesteten Eltern. Da hatte ich bisher, nur mit dem gründlichen studieren von Ahnentafeln, auch keine höhere Trefferquote. Vorerst werde ich meine Hunde nicht testen!!!



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